September 2002
Hallo !
diesmal ein ganz kurzer Rundbrief, der Urlaub ist vorbei und der Alltag hat uns wieder.
In eigener Sache...
Ich bin kürzlich im Internet heftig und meiner Meinung nach unsachlich kritisiert worden, dass mein “Lehrbuch für den schottischen Dudelsack” unvollständig wäre. Unter anderem würde es keine Reels und Jigs enthalten und auch das Taorluath als wichtige Verzierung käme nicht vor. Auch populäre Melodien wie “Scotland the Brave” wären nicht enthalten.
Sieht man einmal davon ab, dass ein einziges Buch über schottisches Pipen niemals vollständig sein kann, dann möchte ich Folgendes anmerken:
Man sollte annehmen, dass jemand, der ein Buch kritisiert, dieses auch gelesen hat. Das scheint aber hier nicht der Fall zu sein, zumindest ist dem Kritiker das Vorwort und das Nachwort entgangen und die anderen Stellen im Buch, in denen deutlich darauf hingewiesen wird, dass das “Lehrbuch für den schottischen Dudelsack” als erster Teil eines mehrbändigen Werkes angelegt ist.
Dieser erste Teil soll die Anfänger an das Dudelsack-Spielen hinführen, das heisst es ist mir wichtig, dass die Lust am Spielen geweckt und erhalten wird, am Musizieren.
Dazu werden in diesem ersten Stadium noch gar nicht alle Verzierungen benötigt, sondern der beginnende Piper kann Schritt für Schritt ein gutes Repertoir an Melodien aufbauen und mit korrektem Grazing spielen. Wenn einer (eine) alle Melodien dieses Buches beherrscht, dann kann er sich überall hören lassen!
Der zweite Band wird die komplexeren Verzierungen enthalten, darunter natürlich auch das Taorluath und selbstverständlich auch “Scotland the Brave” (drei Fassungen!) und weitere Tunes. Weiter sind Kapitel über einen besonders wichtigen traditionellen Komponisten und sein Werk (Donald MacLeod), über einen modernen Komponisten (Neill Dickie), über March, Strathspey and Reels, über Solo-Competition-Tunes und Pipeband-Tunes, über Hornpipes, Jigs, Airs beabsichtigt. Es sollen vermehrt Hintergrundinformationen zu den Tunes und zu gewissen kulturellen und geschichtlichen Aspekten des schottischen Pipens gegeben werden, denn meines Erachtens reicht es nicht aus, dass die Finger gewisse Bewegungen vollführen, wenn der Kopf nicht weiss, was da eigentlich ablaufen soll.
Der zweite Band (Arbeitstitel : “MacEge02”) ist in der Arbeit weit fortgeschritten. Der Text ist im Wesentlichen abgeschlossen, die Melodien sind geschrieben.
Illustrationen sind noch zu besorgen und ganz wichtig : das Copyright für etliche Melodien ist einzuholen. Ich hätte bei der Auswahl der Tunes auf die copyright-freien älteren Melodien ausweichen können, aber ich wollte nicht auf die neueren Melodien verzichten. Die ganze Pipemusic der letzten dreissig Jahre von Donald MacLeod, über Duncan Johnston, bis hin zu Neill Dickie unterliegen dem Copyright, sind aber ein wichtiger Bestandteil des heutigen Piper-Repertoirs.
Es hat keinen Wert, einen modernen Piper nur mit Copyright-freien Melodien des 19. Jahrhunderts auszubilden, obwohl da herrliche Stücke dabei sind. Beispielsweise das auch im MacEge02 enthaltene “79th Farewell to Gibraltar”.
Um die nächste Frage gleich zu beantworten :
Ich weiss nicht, wann das Buch heraus kommen wird. Da redet auch der Verlag mit.
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