April 2002
Liebe Piperinnen,
Liebe Piper !
in Bob Dunsire’s Forum läuft zur Zeit eine Diskussion, die ein paar Gesichtspunkte aufweist, die auch für uns hier in Deutschland von Interesse sind.
Ausgelöst wurde das Ganze durch den Beitrag eines Pipers, der erzählte, dass er gebeten werde, bei Recitals (so einer Art Musikschulvorspielen) mit den Pipes vorzuspielen. Bisher hatte er abgelehnt, weil er sich nicht gut genug fühlte, vor anderen Pipern zu spielen. Nun kann er nicht mehr nein sagen, zumal ihn auch sein Lehrer bedrängt.
Der Piper fühlt sich ganz sicher bei einigen 2/4 und 6/8-Tunes oder einem leichten March-Strathspey-Reel-Set. Er hat aber Bedenken eine der “harten” Tunes zu spielen, weil er sie noch nicht beherrscht. .
Darauf kamen einige sehr gute Zuschriften, die ich hier zusammenfassen will:
- Spiel, was Du willst und was Dir liegt und was Dich nicht überanstrengt!
Lass die harten Sachen links liegen - das ist “Wettbewerbs-Stuff”.
Statt dessen mach Musik !
Die Bagpipe ist ein Musikinstrument und kein Sportgerät!
- Spiel nicht wie ein Roboter genauso wie es in den Noten geschrieben steht.
Versuche, etwas von Deiner Persönlichkeit in Deinem Spielen zum Ausdruck zu bringen.
Wenn Du versuchst, so zu spielen, wie jeder spielt, wird eine Competition daraus und jeder Zuhörer wird damit anfangen, Gracenotes und Fehler zu zählen.
- Es ist Deine Sache, wenn Du so spielst, wie Du das Stück gerne von anderen gespielt haben möchtest, oder wenn Du Elemente verschiedener Versionen einfügst, oder selbst variierst. Du bist frei und kannst tun, was Du willst.
- Es ist Deine Pipe und Deine Musik - Du unterstehst nicht irgendeiner höheren Piper-Behörde. Es ist Deine Musikalität - glaub an sie, entwickle sie weiter, folge ihr, wohin sie Dich führt und geniesse die Reise!
- Das alles gilt natürlich nur für das freie Vorspiel (Recital).
Wenn Du an Wettbewerben mitmachst, musst Du Dich den dortigen Regeln fügen und wie ein Competition-Piper spielen.
- Ich füge noch dazu :
Nach meiner Erfahrung wissen gute Piper sehr wohl zu unterscheiden, ob einer eine Tune unkonventionell auffasst und beim Spielen sein Bestes gibt oder ob da wieder mal einer eine nicht verstandene Melodie heruntergurkt.
Das erste wird immer anerkannt - gerade auch von den guten Leuten.
Mit dem zweiten fällt man immer durch oder kann bestensfalls ein paar Ignoranten täuschen.
Happy Piping !
reinhold
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