Ein Longworth Chuck
gefertigt von Reinhold Ege Januar 2004 und gesponsort by MacEge's Bagpipes : http://www.macege.de/
| Angeregt durch einen Beitrag im Drechsler-Forum habe
ich mich entschlossen, ein Longworth-Spannfutter zu
bauen. Das Problem ist ja bekannt : wie kann man mit
vernünftigem Aufwand eine grosse Schale umgekehrt
einspannen, um die Unterseite fertig zu drehen? Das
Longworth Chuck bietet eine mögliche Lösung, die zudem
den Vorteil hat, dass über einen weiten Bereich gespannt
werden kann ; Spannweg bei mir ca 11,5 cm , minimaler
Spanndurchmesser ca 15 cm, maximaler ca 36 cm. |
Das Longworth-Spannfutter wurde von Leslie Douglas
Longworth of the Hunter Valley Woodturners in Australien
erfunden. Im Internet fand ich eine Bauanleitung : sie
wurde im Woodturning Magazine von Larry Pope
veröffentlicht und heisst "The Longworth
Chuck". Mit diesen Angaben kann sie jeder leicht
finden: http://www.fholder.com/Woodturning/lwc-wtm.htm |
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| Meine Drechselbank hat eine Spitzenhöhe
von 20 cm , da kommen ordentliche Fliehkräfte zustande;
das Futter sollte daher stabil werden. Ich habe eine 18
mm Birken-Multiplex für die Trägerplatte gewählt und 6
mm Birke-Multiplex für die Spannplatte. Ein vorhandenes
Reststück 16mm Multiplex wurde für das Zwischenstück
genommen. Das Scheibenfutter ist eine gusseiserne Planscheibe mit 15 cm Durchmesser, also eine stabile Sache. Die Hardware: 4 Schlossschrauben M6, 4 Flachkopfschrauben M6, 4 Türstopper, passende Muttern, Unterlagscheiben und Flügelmuttern. Gesamtkosten für Schrauben, Türstopper und Sperrholz : ca 14 Teuro. Die Spannplatte braucht nicht dicker zu sein; alle Kräfte beim Drechseln werden von der Trägerplatte aufgenommen. |
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| Das Zwischenstück ist gebohrt, auf der Planscheibe
aufgeschraubt und auf Durchmesser gedrechselt. Ich habe das Zwischenstück, abweichend von der Anleitung, mit Schlossschrauben auf der Planscheibe befestigt, damit ich das Longworth abnehmen kann, wenn ich mal die Planscheibe anderweitig benötigen sollte. Die einfache Schraubenbefestigung, wie in der Anleitung, schien mir nicht sicher und nicht genau genug. Die Köpfe der Schlossschrauben sind versenkt, sodass später die Trägerplatte flach aufgeleimt werden kann. (Das Zwischenstück ist eine Spur kleiner im Durchmesser als die Planscheibe, daher rühren die streckenweise geraden Seiten. Das ist allerdings für die Funktion nicht von Belang.) |
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| Trägerplatte und Spannplatte wurden auf
der Bandsäge eines Bekannten grob ausgesägt. Das Aufleimen der Trägerplatte auf das Zwischenstück verlangte ein bisschen Tricksen, weil meine Schraubzwingen nicht genug Ausladung haben. 4 Nägel sichern das Teil gegen Verrutschen. |
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| Danach wurde die Spannplatte auf der
Trägerplatte mit 4 kleinen Holzschrauben provisorisch
befestigt. Die ganze Geschichte wurde auf der
Drechselbank genau abgedreht und das Zentrum mit einem 3
mm Bohrer angebohrt. Dann liess ich 20 mm vom Rand einen
Bleistift anlaufen (Anzeichnen eines Kreises) und in der
Mitte wurde ein 15 cm Kreis markiert (Durchmesser der
Planscheibe). Genau in der Mitte zwischen äusserem und
innerem Kreis wird ein weiterer Kreis markiert. Manchmal muss man links drechseln können! |
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| Die Vorrichtung wird von der Drechselbank
genommen und auf dem Tisch auf der Spannplatte ein
Durchmesser angezeichnet und im rechten Winkel dazu ein
zweiter (kreuzförmig). An den vier Schnittpunkten der
Durchmesser mit dem mittleren Kreis wird jeweils ein 2 mm
Loch durch die beiden Platten gebohrt. Das sind die
Mittelpunkte für die Kurven der Spannschlitze. Die Spannschlitze werden mit dem Zirkel angezeichnet. Zirkelspannweite bis zur gegenüberliegenden Seite des inneren Kreises. Der Zirkelschlag läuft dann vom äusseren Kreis bis zur gegenüberliegenden Seite des inneren Kreises. Klingt komplizierter, als es ist, vergleichen Sie es mal mit der Zeichnung weiter unten.. |
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| Die Spannschlitze werden entsprechend der
Schraubenstärke (hier : 6 mm) mit der Oberfräse und dem
Zirkeleinsatz ausgefräst. Wichtig : Die Schlitze müssen
ganz durch beide Platten durchgehen. Anschliessend werden
noch an passender Stelle vier durchgehende 20 mm
Bohrungen als Grifflöcher angebracht. Wenn Sie keine Oberfräse haben, ist die Alternative das Bohren vieler kleiner Löcher und geduldiges Feilen. Fragen Sie besser Ihre Freunde, vielleicht hat einer eine Fräse! Erst jetzt werden die beiden Platten auseinandergenommen, geölt, lackiert oder was Ihr wollt.
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| Nach dem Trocknen wird die Spannplatte anders herum auf die Trägerplatte gelegt
und im mittleren Loch durch eine Holzschraube mit
Unterlagscheibe fixiert. Die Holzschraube muss nichts
aushalten, sie hilft nur beim zentrierten Spannen mit. Als letztes werden die Türstopper mit den langen Schrauben und den Flügelmuttern in den Schlitzen befestigt und das Futter ist fertig. Arbeitszeit ca 1,5 Stunden. Wegen der notwendigen Trocknungszeiten (Leim und Öl) erstreckte sich das Ganze über eine Woche. |
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| Das fertige Futter von hinten. Mit den Flügelschrauben wird das Futter fixiert und die Schalen eingespannt. |
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| Das fertige Longworth-Futter auf der
Drechselbank. Durch Verdrehen der Spannscheibe gegenüber der Trägerplatte bewegen sich die Türstopper nach aussen / innen und halten die Schalen fest. Mit moderater Geschwindigkeit kann der Schalenboden fertig gedreht werden. Natürlich kann auch von Innen gespannt werden, falls erforderlich.
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Das ist die Original-Anleitung für den
Entwurf der Schlitze. Router Movement ist die Kurve, die mit der Oberfräse gefräst werden soll. Unten links die Lage der Schlitze und der Grifflöcher für den Spannvorgang. Unten rechts eine Schnittzeichnung, die zeigt, wie alles zusammengehört. |
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